Eine Gesellschaft wird unter anderem an ihrem Einsatz für benachteiligte Zielgruppen gemessen: Dazu gehört die Schaffung ähnlicher Startbedingungen und die Sicherung von Teilhabechancen für sozial Schwächere, die aus vielfältigen Gründen nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie die Mehrheit der Bevölkerung. Vor dem Hintergrund der „Zedaka“ (hebr.), dem jüdischen Verständnis von Wohltätigkeit und Leitbild der ZWST, ist die Förderung von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen eine „Mitzwa“ (hebr.), eine religiöse Pflicht und damit ein wesentlicher Aufgabenbereich der ZWST.
Diese Zielgruppe, in der Mehrheit zugewandert aus der ehemaligen Sowjetunion, war dort isoliert, hatte wenig Teilhabemöglichkeiten und lebt auch in der deutschen Gesellschaft sehr zurückgezogen. Die Familien sind oft von einer mehrfachen, sich gegenseitig bedingenden Isolation betroffen: Mangelnde Sprachkenntnisse bilden das erste Hindernis, sich über Angebote zu informieren, die ihnen und den behinderten Familienmitgliedern das Leben erleichtern könnten. Dazu kommt die Tatsache, dass den Betroffenen ein Versorgungsnetz wie in Deutschland (Werkstätten, Selbsthilfegruppen, vielfältige Ansprüche, die aber selbstständig geltend gemacht werden müssen u.a.) weitestgehend unbekannt ist. Die Angehörigen gehören meistens der älteren Generationen an, sind selber eingeschränkt und müssen viel Zeit und Kraft für Betreuung und Versorgung aufwenden. Die vom Sozialreferat der ZWST organisierte Unterstützung von jüdischen Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen hat sich weiterentwickelt, neue Aufgaben und Schwerpunkte sind dazugekommen. Dazu gehören unter anderem das erweiterte Engagement des Mobilen Kompetenzzentrums, die verstärkte Förderung von Angehörigengruppen sowie das in Kooperation mit dem Internationalen Bund (IB) erfolgreich gestartete Wohnprojekt.
Infofolder - MOBILES KOMPETENZZENTRUM für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen
Infofolder - SELBSTHILFEGRUPPEN für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen