Schriftgröße:   A+  A  A-

Prozess gegen Sozialrichter von Renesse: Engagement f├╝r Holocaust-├ťberlebende bleibt ohne Dank

 
Ein jahrelanger Rechtsstreit ist beendet: Sozialrichter Jan-Robert von Renesse hatte NS-Opfern zu ihrem Recht verholfen und musste sich wegen Rufschädigung der Landesjustiz vor Gericht verantworten. Nun gibt es eine außergerichtliche Einigung. Aber es bleibt die erschreckende Erkenntnis: Der Einsatz für die Rechte der Holocaustüberlebenden kann Konsequenzen haben. (Deutschlandradio Kultur, 23.09. 2016)
 

Ein w├╝rdiger Lebensabend f├╝r ├ťberlebende des Holocaust

Die Überlebenden des Holocaust werden im Alter häufig mit verdrängtem Leid aus der Vergangenheit konfrontiert. Daraus resultiert oft eine soziale und psychische Isolation, verstärkt durch die Einschränkung der Mobilität. Es ist ein zentrales Anliegen der ZWST, diese Zielgruppe in vielerlei Hinsicht zu unterstützen und ihnen einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen. In den letzten Jahren zeichnen sich Schwerpunktverlagerungen und neue Anforderungen in der sozialen Arbeit mit Holocaustüberlebenden ab: Leider wird die Gruppe der Überlebenden aus der 1. Generation (heute v.a. „Child Survivors“, geb. zwischen 1929-1945) kleiner. Die 2. Generation (Kinder der Überlebenden, geb. nach 1945) und auch die 3. Generation treten mit eigenen Bedürfnissen und Problemen vermehrt in den Vordergrund. Die heute in Deutschland lebenden Überlebenden des Holocaust sind mehrheitlich aus Ländern der ehemaligen SU zugewandert. Sie haben einen spezifischen historischen Hintergrund, haben oft mehrfache Verfolgungen erlitten, erhielten keine Wiedergutmachung und sind zusätzlich belastet durch Auswirkungen der Migration. In den Ländern der ehemaligen SU gab es keine Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Eine Sensibilisierung und Wissensaneignung bezüglich der jeweiligen Hintergründe und Bedürfnisse der Klienten gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Eine begleitende professionelle Schulung von Menschen, die Betreuungsarbeit leisten oder ein Angebot organisieren, ist ein kontinuierlicher Bestandteil vieler Fortbildungen und Projekte der ZWST. Darüber hinaus fördert die ZWST ein Angebot in den Gemeinden durch die Initiierung und Unterstützung von Treffpunkten. Auch internationale Kooperationen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese Aktivitäten werden von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" (EVZ) sowie von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert. 
 
Kontakt:
Svetlana Antonova, Tel.: 069 / 944371-29, E-Mail: antonova@zwst.org
Noemi Staszewski, Projektkoordination Treffpunkte
T.: 069 / 707 687 40, E-Mail: staszewski@zwst.org


Ausgabe Nr. 2 - Juli 2017
Hier downloaden
Newsletter Abonnement
 Anmelden
 Abmelden