Die erste Israel-Reise seit 2022

Die erste Israel-Reise seit 2022

Eine Gruppe junger Mädchen vor der Klagemauer
Die Teilnehmerinnen der Darkech-Fortbildung unterwegs in Israel

Für rund 50 Teilnehmende zwischen 11 und 14 Jahren   
 

Parallel zu den Winter-Machanot war es endlich wieder möglich, die beliebte Bar/Bat Mitzwa Reise nach Israel durchzuführen. Gleichzeitig fand auch die Abschlussreise der Absolventinnen der Darkech-Seminare (Jahrgänge 2023-2025) nach Israel statt. Zum ersten Mal fuhren beide Gruppen vom 21. bis 31. Dezember 2025 gemeinsam nach Israel, teilten sich Programm, Bus und viele intensive Momente, nur der Schabbat verlief getrennt. 

Ankommen, Chanukka und erstes „Wir-Gefühl“: Am ersten Tag fuhren die ersten Teilnehmenden zum Kibbutz Tzuba, mit einem Stopp in Modi’in, um die letzten Lichter von Chanukka zu entzünden. Am nächsten Morgen stieß die zweite Gruppe dazu. Nach Tfilla, Frühstück und einer Führung durch den Kibbutz hatten alle das Gefühl, als eine große Gruppe gestartet zu sein. Im Rahmen des Programms „Dig for a Day“ im Bet Gurvin-Maresha Nationalpark konnte sich die Gruppe an archäologischen Ausgrabungen beteiligen. Alle „sollten bereit sein,  schmutzig zu werden“,  es wurde viel gelacht, gegraben und diskutiert.

Jerusalem - Kotel, Tunnel und jüdische Geschichte: Der Tag in der Altstadt war für viele ein Höhepunkt. An der Kotel wurden Bar- und Bat-Mitzwa-Momente gefeiert, mit Zeit für persönliche Gebete. Anschließend wanderte die Gruppe durch die Tunnel unter der Kotel, erkundete das jüdische Viertel und besuchte den Davidsturm, bevor alle mit Blick über Jerusalem innehielten. 

Begegnungen, Inklusion und Alltag in Israel: Neben den klassischen Jerusalem-Bildern ging es auch um die Gegenwart: In Sderot hörte die Gruppe Geschichten vom 7. Oktober, stand vor der Polizeistation und blickte von Givat Kobi auf die Stadt. „Ich habe neues Wissen über Gaza und Sderot bekommen“, fasste eine Teilnehmerin zusammen. Erfahrungen, die sich tief einprägten. Die Reise sollte auch Begegnungen ermöglichen: In Netivot traf die Gruppe lokale Jugendliche, unternahm Outdoor-Aktivitäten und teilte Pizza. Plötzlich war ein Sprachmix aus Hebräisch-Deutsch-Englisch selbstverständlich. Im Shalva Center in Jerusalem bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in inklusive Pädagogik in Israel und nahmen an einem Teddybär-Workshop teil, der viele berührte. Für viele war es nicht der erste Israel-Besuch, und doch konnten viele neue Perspektiven mitgenommen werden.

Schabbat und Familienanschluss: Am Freitag trennten sich die beiden Gruppen. Die Darkech-Teilnehmerinnen fuhren nach Ra’anana, erlebten die Vorbereitungen auf den Schabbat und aßen am Abend bei Gastfamilien. Für einige war es der erste Schabbat in einer israelischen Familie, mit neuen Melodien, Gerichten und Fragen, die bis spät in die Nacht gestellt wurden. Die Bar/Bat-Mitzwa-Gruppe feierte den Schabbat in Jerusalem. 

Norden, Natur und gemeinsames Lernen: Nach Schabbat führte der Weg in den Norden. Die Gruppe wanderte bei Meron, überblickte die Landschaft Galiläas und ließ sich den Wind um die Nase wehen. In Zfat lernten sie einen Sofer kennen, arbeiteten mit Mesusot und tauchten in die Atmosphäre der Altstadt ein, für viele war das gemeinsame Gestalten der Mesusot das persönlichste Andenken an die Reise.

Tel Aviv, ANU und Abschied: Im ANU-Museum in Tel Aviv entdeckte man die Vielfalt jüdischer Identitäten und Geschichten, bevor es weiter zum Schuk HaCarmel ging – Gewürze, Stimmen, Musik und die Möglichkeit, auf Entdeckungstour zu gehen.

Am letzten Abend in Tel Aviv blickte die Gruppe in einer Feedbackrunde auf die Tage zurück. Viele nahmen nicht nur Souvenirs mit, sondern auch neue Gebete, mehr Wissen über Israel, das Gefühl, Teil einer großen jüdischen Gemeinschaft zu sein – und die Entscheidung, wiederzukommen. „Wir waren bei der Klagemauer, wir waren am Strand, wir haben Familien besucht“, fasste eine Teilnehmerin ihren Eindruck von der Vielfalt der Tage zusammen.  Anastasia Quensel, ZWST