Mitgliederversammlung 2026

Mitgliederversammlung 2026

Blick in einen Tagungsraum mit vielen Teilnehmenern und Podium
Mitgliederversammlung der ZWST in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/M.

Artour Gourari zum neuen Vorstandsmitglied gewählt 

Am 25. Januar 2026 tagte in Frankfurt am Main die Mitgliederversammlung der ZWST und wählte ein neues Vorstandsmitglied, nachdem das langjährige Vorstandsmitglied und Vizepräsident Michael Licht sel. A. nach schwerer Krankheit im März 2025 verstorben war. 

Neues Gesicht im neunköpfigen Vorstand ist Artour Gourari aus Remscheid bei Wuppertal, gebürtig aus der Ukraine, hauptberuflich Geschäftsführer eines Softwareunternehmens und bereits langjährig aktiv im Vorstand des Landesverbandes Nordrhein und in der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Wuppertal. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Weiterhin im Vorstand sind Abraham Lehrer (Köln) als Präsident, Mark Dainow (Offenbach) und Sarah Singer (Berlin) als Vizepräsidenten, Aleksander Chraga (Bochum), Küf Kaufmann (Leipzig), Prof. Barbara Traub (Stuttgart), Prof. Dr. Leo Latasch (Frankfurt) und Michael Rubinstein (Stuttgart). 

Besonders gewürdigt wurden neben Michael Licht sel. A. auch das bis 2015 langjährig aktive Vorstandsmitglied Michael Warman sel. A., der ebenso 2025 verstorben war. 

Zur Tagesordnung gehörte die Wahl der Prüfungskommission, vertreten durch Igor Kuznecov, Michael Grünberg, Renata Bas, Daniel Neumann und Wolfgang Stichnothe. Nach den Berichten von Abraham Lehrer (Präsident) und Aron Schuster (Direktor) hatten die Delegierten in der Aussprache die Gelegenheit, ihr Feedback zu geben und Anliegen einzubringen. Bestandteil der Tagesordnung waren weiterhin der Jahresabschluss 2024 mit der Entlastung des Vorstandes und die einstimmige Annahme einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrages. Nach der letzten Anpassung zum 01.01.2017 hat der Verband zur Bewältigung großer Krisen beigetragen und muss mit einer zunehmenden finanziellen Belastung umgehen, um Qualität und Umfang der sozialen Arbeit sicherzustellen.     

Die Mitgliederversammlung der ZWST setzt sich aus Delegierten der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Landesverbände in Deutschland zusammen und ist das höchste Gremium des Verbandes. 

 

3 Fragen an Artour Gourari

Lieber Herr Gourari, auf diesem Wege nochmal herzlich willkommen im Vorstand der ZWST. Was war Ihre Motivation, sich für dieses Ehrenamt im Vorstand der ZWST zu engagieren, auch vor dem Hintergrund Ihrer langjährigen Tätigkeit im Vorstand des LV Nordrhein und in Ihrer Heimatgemeinde Wuppertal? „Die ZWST steht für jüdische Wohlfahrt und dafür, Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen konkret zu unterstützen, von sozialer Beratung über Jugend und Familie bis hin zu Integration, Pflege und Ehrenamt. In meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Landesverband Nordrhein und in der Gemeinde Wuppertal erlebe ich regelmäßig, wie wichtig verlässliche Strukturen, Qualifizierung und praktische Unterstützung für die Gemeinden sind. Genau deshalb habe ich mich gern bereit erklärt, in der ZWST mitzuwirken.“

Was ist Ihnen als Vorstandsmitglied unseres Dachverbandes wichtig, was liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen? „Mir ist wichtig, dass die ZWST ihre Angebote so weiterentwickelt, dass sie im Alltag der Gemeinden wirklich helfen: praxisnah, gut abgestimmt und mit klaren Prioritäten. Die ZWST soll für die Gemeinden ein starker, verlässlicher Partner sein, auch wenn Anforderungen wachsen oder sich ändern und Ressourcen knapp sind. Persönlich liegt mir am Herzen, dass wir diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die oft leise sind: Seniorinnen und Senioren, Menschen in schwierigen Lebenslagen, Familien mit hoher Belastung und junge Menschen.“

Sie sind hauptamtlicher Geschäftsführer eines Softwareunternehmens und mit den raschen Entwicklungen der Digitalisierung eng vertraut. Über ihren Fachbereich Mabat fördert die ZWST gezielt die digitale Transformation ihrer Mitglieder. Was sind aus Ihrer Perspektive die dringlichsten Anforderungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft? „Digitalisierung ist ein Instrument, um Prozesse zu gestalten, Menschen besser zu erreichen, Mitarbeitende zu entlasten und Angebote zugänglicher zu machen. Wenn sich Gesellschaft, Verwaltung und Kommunikation schnell weiterentwickeln, müssen auch unsere Gemeinden und Einrichtungen mithalten, damit Teilhabe möglich bleibt und Arbeit effizient organisiert werden kann. Aus meiner Sicht sind drei Punkte besonders dringend: erstens digitale Teilhabe für alle Generationen, also Lösungen, die niedrigschwellig sind und wirklich genutzt werden. Zweitens praxistaugliche Werkzeuge und Kompetenzen für den Arbeitsalltag, damit Abläufe einfacher werden und Wissen besser geteilt werden kann. Drittens ein gemeinsames Verständnis von Standards und Qualität, damit gute Lösungen nicht isoliert bleiben, sondern in die Fläche kommen. Die Umsetzung digitaler Vorhaben in den Gemeinden, von Qualifizierung bis zu praxistauglichen Tools und Best Practices, ist immens wichtig.“

Herzlichen Dank! HvB, ZWST