"Mut zur Zukunft" - Pflegefachtag in Nürnberg

Am 18. Juni 2026 hat die ZWST gemeinsam mit dem Adolf-Hamburger-Heim (AHH) und der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg (IKGN) zum Ausbildungsfachtag „Mut zur Zukunft“ in die mittelfränkische Metropole eingeladen. Teilgenommen haben rund 80 Gäste aus Pflegeinrichtungen, Ausbildungsbetrieben und Verwaltung.
Das Programm rund um das Ausbildungskonzept des AHH und des ambulanten Pflegedienstes NERIA ermöglichte vielfältige Informationsvermittlung, Austausch und Interaktion. Ein Großteil der Expert:innen und Praktiker:innen war aus kollegial und fachlich verbundenen, nichtjüdischen Einrichtungen angereist. Ein zentrales Ziel des Fachtages: die Präsentation eines erfolgreichen Ausbildungskonzepts nach außen.
Die Verleihung des Nürnberger Pflegepreises 2025 an AHH und NERIA für das in den letzten Jahren entworfene und mittlerweile praxiserprobte Ausbildungskonzept verdeutlichte, dass die erfolgreiche Umsetzung hohes Interesse in der breiten Öffentlichkeit findet. Wesensmerkmal des Konzepts ist sein inklusiver und perspektivischer Charakter: Die Auszubildenden werden ab der Bewerbungsphase (auch im Ausland) bis zur Möglichkeit einer Anstellung (im AHH) aktiv in den gesamten Ausbildungs- und Arbeitsprozess einbezogen. Um diese Besonderheit den Gästen zu vermitteln, setzten die Organisatoren auf ein Programm, in das Teilnehmende und Azubis aktiv einbezogen wurden. Die Moderation lag in den Händen von Laura Cazés, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Digitalisierung in der ZWST.
Nach der Begrüßung durch Jo-Achim Hamburger (Vorsitzender der IKGN) und Elmira Schneider (Ausbildungsleiterin) skizzierte Aron Schuster (Direktor der ZWST) in seiner Keynote die Leitlinien der „Zedaka“, auch Leitbild der ZWST. Sie bildet im Ausbildungsprozess die Handlungsgrundlage für die Arbeit im AHH: das Gebot zum Schutz der Benachteiligten, um diesen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und ein selbständiges Empowerment zu ermöglichen.
Herausragende Vorbilder von Empowerment sind die Auszubildenden des AHH: Für die meisten von ihnen begann die Reise in die Ausbildung mit einem ersten mutigen Schritt aus ihrem gewohnten, familiären Umfeld: Unter anderem in Indien, Togo, Zambia, der Mongolei oder Ukraine, um sich in Nürnberg mit einer Ausbildung zur Pflegefachkraft in einen neuen Lebensabschnitt zu wagen. Auf eindrückliche und anschauliche Weise schilderte Anoumou Agbemadon, seit wenigen Wochen Pflegefachmann im AHH, seine Reise in die Pflege – beginnend mit einem Koffer in der Hand allein auf dem Rollfeld des Flughafens.
Die Vermittlung und der Austausch über das preisgekrönte Ausbildungskonzept erfolgte im Rahmen von sieben interaktiven Worldcafés: vom „Recruiting“ von Azubis, über die „Integration ins Team“, bis zur „Übernahme“ als Fachkraft und Kolleg:in in die Einrichtung, konnten so die zentralen Aspekte nachvollzogen werden. Um einen umfassenden Einblick in das Konzept zu erhalten, wurde der Fachtag mit einer Reflexionsrunde abgeschlossen, die alle Schritte nochmal zusammenfasste.
Neben fachlichen Aspekten waren es auch die Atmosphäre vor Ort, die Begegnungen mit Azubis und Leitungskräften, die Einblicke in den Einrichtungsalltag, das musikalische Rahmenprogramm der Gruppe Freilach und die hervorragende Verpflegung durch die hauseigene Küche, die diesen Fachtag zu einem Erfolg gemacht haben. Hierfür gilt der IKGN und dem gesamten Team um den Leiter der Langzeitpflege, Wolfgang Brockhaus unser herzlicher Dank! Dr. Rüdiger Traxler, ZWST Berlin