“KI agiert nicht außerhalb unserer Gesellschaft“

“KI agiert nicht außerhalb unserer Gesellschaft“

Arbeitsatmosphäre, Menschen am Rechner

Digitalfachtag 2026: Künstliche Intelligenz verstehen und nutzen

Zum 7. Digitalfachtag des Fachbereichs MABAT für digitale Transformation kamen Vorstände, Geschäftsführende sowie Digitalisierungs- und IT-Verantwortliche aus jüdischen Gemeinden und Landesverbänden zusammen, um sich über die Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen von KI auszutauschen. 

Bereits in seinem Grußwort machte Dr. Daniel Korn (Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt) deutlich, dass Künstliche Intelligenz längst kein Zukunftsthema mehr ist: „Sie verändert die Art, wie wir kommunizieren, arbeiten und Entscheidungen treffen – und stellt damit auch jüdische Gemeinden vor neue Aufgaben.“ 

Den fachlichen Auftakt gestaltete Monika Ilves (D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt) mit ihrem Impulsvortrag „KI im Alltag“. Sie zeigte praxisnah, wie KI bereits heute den beruflichen Alltag unterstützt und machte zugleich deutlich, dass jede Anwendung auf den Daten basiert, die Menschen ihr zur Verfügung stellen. Passend dazu betonte sie: „KI agiert nicht außerhalb unserer Gesellschaft. Sie agiert mit Daten, mit denen sie aus der Gesellschaft heraus gespeist wird.“ 

Im anschließenden Panel „KI in der Praxis – was trauen wir uns zu?“ diskutierten Dr. Daniel Korn, Ralf Prechtel (Sicherheitsleiter der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover) und Karin Offman (Geschäftsführerin des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern) über konkrete Einsatzmöglichkeiten. 

Am Nachmittag rückten die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Fokus. Benedikt Rudolph (Fachanwalt für IT-Recht), erläuterte in seinem Vortrag „KI im Arbeitsalltag verantwortungsvoll nutzen – Datenschutz, Sicherheit und rote Linien für Organisationen“, welche Anforderungen beim Einsatz von KI zu beachten sind und wie Organisationen diese Technologien sicher und rechtskonform einsetzen können. 

Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in drei parallelen Workshops an unterschiedlichen Fragestellungen rund um KI-Tools, Anwendungsgebiete und deren praktische Umsetzung. Die Workshops boten Raum, konkrete Erfahrungen auszutauschen und erste Ideen für den Einsatz in den Gemeinden zu entwickeln. 

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung. Als Auftakt fasste ZWST-Direktor Aron Schuster die zentralen Erkenntnisse des ersten Tages zusammen. Im anschließenden Hackathon sammelten die Teilnehmenden zunächst konkrete Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag. Aufbauend auf den Erkenntnissen des ersten Tages entwickelten sie gemeinsam Lösungsansätze und erarbeiteten mithilfe von KI erste Konzepte und Prototypen. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und gemeinsam reflektiert. 

Während des Digitalfachtages wurde deutlich: Künstliche Intelligenz wird die Arbeit in jüdischen Gemeinden künftig in vielen Bereichen prägen. Umso wichtiger sind Austausch, Orientierung und die gemeinsame Entwicklung verantwortungsvoller Einsatzmöglichkeiten. Genau hier setzte der Digitalfachtag an – mit praxisnahen Impulsen, offenem Dialog und viel Raum zum Ausprobieren.  Regina Potomkina, ZWST

 

Stimmen zum Digitalfachtag

Alexander Sperling, GF Landesverband Westfalen-Lippe: „Dieser Fachtag hat mich in der Nutzung verschiedener KI-Tools von deutlich weitergebracht. Ich habe lange nicht mehr so viel Neues gelernt und kenne jetzt Anwendungen, mit denen ich bisher noch nicht gearbeitet habe.“ 

Rimma Fil, GF Landesverband jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt: „Die aktuelle Zeit ist sehr spannend. Um die vielen Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir auch Künstliche Intelligenz. Mir ist besonders wichtig, diese neuen Entwicklungen richtig anzugehen. KI kann uns dabei helfen, unsere Arbeit besser zu organisieren, Prozesse effizienter zu gestalten und wertvolle Zeit zu sparen.“ 

Domokos Szabó, GF Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden: „Die Arbeit mit KI ist faszinierend, sie wird in unserem Landesverband Schritt für Schritt Einzug halten - bei aller gebotener Vorsicht und unter Abwägung von Chancen und Risiken. Der ZWST gehört großer Dank für die kompetente, kreative und partnerschaftliche Begleitung.“