Beth Chana zu Besuch im Max-Willner-Heim

Ein besonderes Machane des Inklusionsfachbereiches Gesher
Auf jeden Fall wissen wir jetzt, was die Schweizer wirklich erfunden haben: Die gute Laune! Schon zur Morgengymnastik erfreute Miriam (Teilnehmerin aus der Schweiz) alle mit einem Gute-Laune-Song, der zur Hymne dieser außergewöhnlichen Freizeit des Inklusionsfachbereiches Gesher geworden ist. Der Kontakt mit dem schweizerischen Verein Beth Chana für jüdische Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen entstand im Jahr 2013 im Rahmen einer europäischen Freizeit, wo erstmals eine Gruppe in Bad Sobernheim zu Gast war.
13 Jahre später, vom 24. bis 30. August konnte die ZWST acht Bewohner:innen und fünf Betreuungskräfte des jüdischen Wohnheims des Vereins zur Bildungsfreizeit im Max-Willner-Heim begrüßen. Gemeinsam mit rund 50 Teilnehmenden und 11 Betreuungskräften aus Deutschland verbrachten sie eine erlebnisreiche Woche und bereicherten die Gemeinschaft mit neuer und entspannter Energie.
Das vielseitige Programm führte unter anderem ins Freilichtmuseum und in die Stadt Speyer. Dort wurde die älteste erhaltene Mikwe der Welt bestaunt und die neue Synagoge besucht. Auch die geplante Schifffahrt auf dem Rhein konnte stattfinden.
Das Bildungsangebot vor Ort im Max-Willner-Heim war vielseitig: Die Teilnehmenden arbeiteten künstlerisch und wurden digital geschult. Hier hatten auch die ausgebildeten Digitalbegleiter:innen ihren Einsatz: An vier Stationen stellten sie verschiedene KI-Tools vor – mit viel Geduld und auf Augenhöhe. Die Angehörigen hatten die Gelegenheit, sich in Gesprächsrunden mit Fachkräften auszutauschen. Im geschützten Rahmen konnten hier auch sehr persönliche und schwierige Themen besprochen werden. Zum Schabbat-Auftakt wurde gemeinsam Challah gebacken, und ein Tischtennis-Turnier brachte erstaunliche Fähigkeiten und viel Spaß zu Tage. Eine festliche und emotionale Havdalah-Feier unter freiem Himmel rundete die Woche auch auf spirituelle Weise wunderbar ab.
Judith Tarazi, Leitungsteam Gesher und Kunstatelier Omanut
Gabriel Gutmann, Leiter des Wohnheims Beth Chana: „Liebe Machane-Familie, liebe Teilnehmende, liebe Betreuerinnen und Betreuer, wenn wir an die gemeinsamen Tage zurückdenken, erfüllt uns das mit einer ganz besonderen Wärme und großer Dankbarkeit. Die tiefe Freude, die in dieser Zeit zwischen allen Teilnehmenden, den Familien und dem gesamten Team spürbar war, hat das Machane zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ein ganz großer und von Herzen kommender Dank gilt unseren deutschen Freunden vom Betreuungsteam. Eure großartige, kompetente und liebevolle Betreuung hat uns allen so gutgetan und dafür gesorgt, dass sich jeder Einzelne rundum sicher und wie in einem ‚5-Sterne-Hotel‘ aufgehoben fühlen durfte.
Besonders die gemeinsamen spirituellen Momente werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Der Freitagabend war von einer tiefen, feierlichen Harmonie geprägt, die uns perfekt auf die Ruhetage eingestimmt hat. Der absolute Höhepunkt zum Abschluss war die Havdalah. Vom aktivierenden Start am Morgen über die großartigen Konzerte und die Schifffahrt bis hin zum traditionellen Challah-Backen – es waren Tage voller Glück, Lachen und neuer Energie.
Wir danken jedem Einzelnen von euch, dass ihr dieses Machane mit eurer guten Laune und eurem Herzen bereichert habt. Auf das nächste Mal und bis bald!““
Anton, Teilnehmer aus Berlin: „Hier nochmal einen großen Dank und Lob an das ZWST Orga-Team in Bad Sobernheim und das Schweizer Betreuerteam. Da steckt viel Arbeit drin. Natürlich auch einen herzlichen Dank an die Reinigungskräfte und an die Köche, die das Essen für uns alle zubereitet haben. Also nochmal danke schön für die schöne Zeit.“