Das Leben geht weiter!

Das Leben geht weiter!

Älterer Mann lächelt in die Kamera

Treffpunkt „Hatikva“ in der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg 

Zum Gründungszeitpunkt unseres Treffpunktes „Hatikva“ im August 2014 waren 142 Teilnehmende dabei, die den Holocaust überlebt haben. Aktuell sind es 58 Teilnehmende ab 85 Jahren, die älteste Holocaustüberlebende wird im nächsten Jahr 100 Jahre. Dazu gehören auch Angehörige von verstorbenen Gemeindemitgliedern. Der natürliche Alterungsprozess erfordert verstärkt individuelle Betreuung, die mehr und mehr durch unseren „mobilen Treffpunkt“ erfolgt, oft auch mit unserem Gemeinderabbiner Mendel Itkin. Wir bringen den Senior:innen Lesestoff aus der Gemeindebibliothek, beraten bei Alltagsproblemen und ermöglichen Kontakt und soziale Teilhabe. 

Trotz der abnehmenden Mobilität treffen sich alle Teilnehmenden im wöchentlichen Rhythmus. Für fast alle Treffpunktbesucher wird ein Transfer organisiert, auch zu festlichen Veranstaltungen anlässlich jüdischer Feiertage oder im Rahmen des Jüdischen Kulturjahres  in Sachsen-Anhalt. Die Treffpunktbesucher nehmen teil an Aktivitäten des Frauen- und Seniorenklubs, wie z.B. ein Ausflug in den Elbauenpark in Magdeburg. Im Rahmen der monatlichen Treffen beschäftigt man sich unter anderem mit jüdischen Musikern, Malern oder Dichtern, einiges wird auch von den Überlebenden vorbereitet.   

Wir freuen uns über eine neu entstandene Kooperation mit dem Verein „Christen an der Seite Israels“. Im Rahmen eines Besuches im Juni erfuhren wir über das Engagement des Vereines für Überlebende in der Ukraine, Israel und Moldawien. Gleichzeitig haben unsere Holocaustüberlebenden über ihre Schicksale während des 2. Weltkrieges erzählt. 

Die Tätigkeit des Treffpunktes „Hatikva“ wäre nicht möglich ohne unsere Leiterinnen Maryna K. (hauptamtlich) und Bassia M. (ehrenamtlich). Sie organisieren unseren Treffpunkt seit 12 Jahren mit Professionalität, Kreativität und Einfühlungsvermögen. 

Die ZWST unterstützt uns dabei, unsere Programme kontinuierlich anzupassen. Darüber hinaus wird die Arbeit des Treffpunkts durch die ZWST und die Jewish Claims Conference finanziell gefördert. Wir sagen danke! Alexander Pisetzki, Leiter der Sozialabteilung der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg

Sergo S.: „Seit 12 Jahren nehme ich an allen Aktivitäten des Treffpunkts teil, ohne Unterbrechung. Von den erstmaligen Teilnehmern sind wir nur zu dritt geblieben. Wir freuen uns, dass hier eine freundliche Atmosphäre und gegenseitiger Respekt herrscht.“ 

Ganna N.: „Wir werden zu jedem Treffen befördert. Ich wohne nicht in Magdeburg, sondern in einer anderen Kreisstadt. Allein würde ich es nicht schaffen. Ungeduldig warte ich auf jedes nächste Treffen, weil ich weiß, dass dieser Tag sehr eindrucksvoll wird.“ 

Eduard R.: „Das war eine lebensspendende Idee, für uns den Treffpunkt zu organisieren. Hier wird alles von Herzen gemacht. Wir genießen Respekt und Sorge für unser Wohlbefinden. Von jedem Treffen erwarte ich nur Gutes und Angenehmes. Und das bekomme ich. Ich wünsche mir und anderen, noch eine lange Zeit an diesen Treffen teilzunehmen. Von ganzem Herzen sage ich Danke!“ 

Sandyr S.: „Bis zum Tod meiner Ehefrau wusste ich nicht, dass es bei uns in der Gemeinde einen Treffpunkt gibt. Mit Vergnügen komme ich jeden Dienstag zu den Treffen.“ 

Diana P.: „Hier fühlen wir uns wie eine Familie. Unsere Leiterinnen bereiten jedes Treffen sehr gründlich und verantwortungsbewusst vor. Das hebt die Stimmung und unser Wohlbefinden. Wir fühlen uns hier jünger.“ 

Iryna G.: „Mir gefällt es, viel Neues zu erfahren. Es ist für mich wichtig, dass wir ständig Beschäftigung haben. Unser Gehirn arbeitet, sogar im Rahmen der Morgengymnastik.“ 

Valentyna N.: „Dank des Treffpunkts haben wir jeden Dienstag einen gesellschaftlichen Ausflug. Sonst sitze ich wegen meinen gesundheitlichen Problemen zu Hause. Diese Treffen halten uns lebendig.“