Digitale Resilienz der jungen Generation stärken

Im Gespräch mit der Initiative klicksafe
klicksafe ist seit 2024 Mitglied im Hub für Digitale Resilienz, der von der ZWST initiiert und geleitet wird. Was ist klicksafe? „klicksafe ist eine bundesweite Medienkompetenz-Initiative und unterstützt seit 2004 pädagogische Fachkräfte, Eltern und Heranwachsende in Sachen Online-Sicherheit, z.B. gegen Hatespeech, Extremismus, Cybergrooming und Desinformation. Der Auftrag von klicksafe umfasst drei Schwerpunkte: den Schutz, die Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im Internet, die Unterstützung von Eltern und pädagogischen Fachkräften bei der Medienerziehung sowie deren Qualifizierung mit Ratgeber- und Unterrichtsmaterial. Im Info-Portal klicksafe.de stehen umfangreiche Materialien zu Aufklärung und Medienbildung zur Verfügung. klicksafe ist politisch und wirtschaftlich unabhängig.“
Was tut klicksafe, um Kinder und Jugendliche zu einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen? „klicksafe richtet sich insbesondere an Menschen, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihre Medienkompetenz auszubauen, von Eltern über Lehrkräfte bis hin zu Multiplikator:innen. Für pädagogische Fachkräfte hält klicksafe Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter sowie interaktives Lehrmaterial wie Erklärvideos oder Online-Quizze, einen Newsletter und Webinare zu Vertiefung von Themen bereit. Ein besonderes Angebot ist die klicksafe Schulstunde, die bundesweit per Livestream in teilnehmende Klassen übertragen wird. Für Eltern, Familien und Interessierte erstellt klicksafe Ratgebermaterial in Form von Checklisten, Flyern und Broschüren. Gleichzeitig leistet klicksafe Aufklärung über Online-Trends per Website-News, Social Media, Messenger und einen monatlichen Newsletter.“
Der Safer Internet Day steht im Februar jeden Jahres unter einem bestimmten Schwerpunkt. Welche Themen waren dieses Jahr prägend? „In Deutschland koordiniert klicksafe den Safer Internet Day (SID). Zum internationalen Aktionstag für ein sichereres Internet für Kinder und Jugendliche gibt es die SID-Aktionskampagne, bei der vielfältige Initiativen deutschlandweit zum SID aufrufen und zu eigenen Themen und Inhalten ihre Events, Schulungen u. v. m. anbieten. In diesem Jahr gab es über 330 Teilnehmende. klicksafe unterstützt sie mit Plakaten, Stickern und Keyvisuals für Social-Media sowie der interaktiven Landing-Page. Die SID-Themenkampagne klärt alljährlich zu einem bestimmten Online-Risiko auf. 2026 ging es um Künstliche Intelligenz mit der Kampagne ‚KI and me. In künstlicher Beziehung‘. Die Kampagne hinterfragte den Umgang von Heranwachsenden mit sogenannten KI-Begleitern wie ChatGPT. Die Chatbots stellen sich als Ratgeber:in, Vertraute:r und Freund:in dar, so dass ihnen oft intime Details und Daten anvertraut oder sie als Beziehungsersatz genutzt werden, obwohl dahinter nur Technik und Geschäftsinteressen stehen. Auch hier unterstützt klicksafe mit Kampagnenmaterial. An der klicksafe SID Schulstunde nahmen im Februar 2026 bundesweit mehr als 53.000 Schüler:innen teil.“
Mit dem Digital Services Act (DSA) sollen Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden. Was muss aus Sicht von klicksafe bei der Umsetzung passieren, damit Betroffene vor Risiken im Netz besser geschützt werden? „Der Digital Services Act (DSA, dt.: Gesetz über digitale Dienste) ist seit 2022 in Kraft. Das Gesetz soll sicherstellen, dass Online-Inhalte zu Alter und Interessen von Kindern und Jugendlichen passen. klicksafe setzt sich u.a. dafür ein, dass Plattformen wirksame Altersüberprüfungen installieren. Aus Sicht von klicksafe sind Eltern und Schule nicht die alleinigen Gatekeeper von Online-Risiken für Kinder und Jugendliche. Speziell die Plattformen müssen mehr in die Pflicht zur technischen und praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen genommen werden.“
Wir bedanken uns bei Susanne Wohmann (klicksafe, Presse & Marketing) für das Gespräch!
HvB, ZWST
klicksafe ist das deutsche Awareness Centre im Digital Europe Programme der Europäischen Union und wird von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz (Koordination) in Kooperation mit der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz umgesetzt.