"Ein Schluck positiver Energie"

Bildungsaufenthalte für jüdische Senior:innen im Kurheim Beni Bloch
Die 14-tägigen Bildungsaufenthalte im Kurheim Beni Bloch im unterfränkischen Bad Kissingen sind einer der Schwerpunkte im Angebotsspektrum der ZWST für die Seniorengeneration. Sie werden unter anderem für spezifische Zielgruppen durchgeführt: Dazu gehört der seit längerem erfolgreiche Turnus für aktive, alteingesessene Gemeindemitglieder von 60 bis 80, für Seniorinnen des Frauenbundes oder auch Bildungsaufenthalte rund um die jüdischen Feiertage für Teilnehmende ab 60 Jahren. Dazu kommt die Betreuungsfreizeit für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung und ihre Angehörigen.
Im Jahr 2025 hat das Sozialreferat der ZWST 22 Bildungs- und Integrationsaufenthalte mit 896 Teilnehmenden durchgeführt.
Tamara Farber, Teilnehmerin aus Düsseldorf (Juni 2025)
„Die familiäre Atmosphäre in der Gruppe ist schwer in Worte zu fassen: freundlich, warmherzig, wohlwollend. Wie kann es sein, dass ältere Menschen aus ganz Deutschland, oft einsam und verschlossen, so schnell und freudig zu einer großen jüdischen Familie werden? Es sind die hervorragenden Bedingungen für den Aufenthalt der Gäste mit einem bis ins Detail durchdachten Programm, entwickelt von erfahrenen und klugen Gruppenleitungen. Man muss diese fröhlichen Gesichter älterer Menschen sehen, hören, wie sie auf Jiddisch und Russisch Lieder ihrer Jugend singen, mit welcher Freude sie neue jüdische Tänze lernen und tanzen. Wie viele bemerkenswerte Gastkünstler sieht und hört das Kurheim, wie viele interessante Vorträge werden auf professionellem Niveau gehalten, ganz zu schweigen von den zahlreichen Exkursionen...
Ich möchte mich ganz herzlich bei der ZWST und dem Kurheim Beni Bloch für den Schluck positiver Energie bedanken, den wir eingeatmet und mitgenommen haben. Dafür, dass Menschen, die viele Schwierigkeiten im Leben durchgemacht haben und sich zur Emigration entschließen mussten, sich in Ihrer Familie wie zu Hause fühlen.“ Leitungsteam Alla Furman (78, Frankfurt/M.) und Vladislav Zabolotny (69, Bad Homburg)
Leitungsteam
„Mir ist es wichtig, Senior:innen zu helfen, mit Schwierigkeiten, die das Alter mit sich bringt, besser umgehen zu können. Dazu gehört unser ‚Runder Tisch‘, ein Gespräch mit dem Arzt, Tanzworkshops und v.a.m. Menschen, die nach Bad Kissingen kommen, sollen Freude und Freunde finden. Mein Fazit: Sie sind jung geblieben, sie sind eigensinnig, sie haben noch lange nicht genug vom Leben!“ (Inna Kurzbach, 68., Erfurt)
„Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und gebe ihnen meine jüdische Seele. Jüdische Lieder, Erzählungen über jüdisches Leben, die ‚Mameloschen‘ (jiddisch für Muttersprache) bleiben unseren Teilnehmenden in Erinnerung.“
(Ludmila Engel, 75, Darmstadt)
„Sehr beliebt sind die Spaziergänge auf ‚jüdischen Spuren‘, Kulturprogramme sowie Informationen zur Seniorenhilfe. Dazu kommt der gemeinsame Shabbat, Vorträge zu jüdischen Traditionen und zur politischen Situation und Leben in Israel. Die Teilnehmenden lernen neue Leute kennen, genießen die Geselligkeit und die Atmosphäre eines jüdischen Zuhause.“ (Aviva Edelkind, 80, Hamburg)
„Alle sollen sich willkommen und wohl fühlen. Bildung darf leicht sein, Spaß machen und Raum für Begegnung, Gespräche und gemeinsame Momente lassen. Am besten kommen Herzlichkeit, Zeit füreinander und eine entspannte Atmosphäre an. Wenn gelacht wird, Gespräche entstehen und niemand sich unter Druck fühlt, dann stimmt es für die Gruppe.“
(Elena Niesenbaum, 65, Fulda)